Digitalmusik

2006 auch wieder kein gutes Jahr für die Musikbranche

abgelegt im Archiv News am 02.04.07

2006 auch wieder kein gutes Jahr für die Musikbranche

Ach, ist es nicht schön zu sehen wie sich einige industriezweige fortlaufend mit der Suche eines Sündenbocks beschäftigen, diesen ja auch bekanntlich fanden und seit nun mehr annähernd 10 Jahren wird auf ihm rum geritten. So eben wurden die Zahlen des Verkaufsjahres 2006 der Musikbranche zur Diskussuion gestellt, und was fällt einem erneut auch dieses Jahr auf! Der böse Downloader hat im neunten Jahr für massive Umsatzeinbußen gesorgt, so sind die physischen Tonträger, im besonderen die Single weiter rückläufig und an den Gewinnen von vor 10 Jahren kann man nicht mehr anschließen.

Ich möchte bei der Gelegenheit noch mal auf den vom NEON-Magazin inspirierten Artikel hinweisen, in dem klare Zahlen ein anderes Bild zeigen.

Da aber Zahlen zu vage sind und auch einfach nicht eindringlich genug sind, verdeutliche ich mal den Ausverkauf der Musik, mit dem sich die Industrie selbst ihr Grab schaufelte, an Hand der Charts von vor 10 Jahren. Da haben wir auf Platz 1 die noch immer beliebte Kombo Tic Tac Toe mit ihrem, in die Analen eingegangenen Hit "Warum?". Und der weitere Verlauf sieht wie folgt aus:

Platz 2 Sarah Brightman & Andrea Bocelli: "Time To Say Goodbye"
Platz 3 Sabrina Setlur (Schwester S.): "Du Liebst Mich Nicht"
Platz 4 R. Kelly: "I Believe I Can Fly"
Platz 5 Bee Gees: "Alone"
Platz 6 'N Sync: "Tearing Up My Heart"
Platz 7 Scooter: "Fire"
Platz 8 No Doubt: "Don't Speak"
Platz 9 Brooklyn Bounce: "The Theme (Of Progressive Attack)"
Platz 10 Depeche Mode: "It's No Good"

Was fällt auf? Stimmt, nicht viel! Neben den gecasteten Boybands finden wir alternde Stars und Pseudo-Rapper wieder, ganz groß war Scooter auch damals schon, wobei sie derzeit mehr durch Indizierung als durch schlechte Musik auffallen. Gut, einige Lichter wie No Doubt sind zu erkennen, die hatten zweifelsohne einen verdienten Hit. Aber letzt endlich verdeutlichen die Charts, aus meiner Sicht, dass die Industrie bewusst seit Dekaden auf das gleiche Pferd setzt, sich aber inzwischen wundert wenn der alternde Gaul lahmt.
Innovative Musik wird vollkommen vom Markt verdrängt, dass Massenpotential ist nicht vorhanden (Was der Bauer nicht kennt...) und bei potentiellen Schlachttieren (Urban, Black etc.) wird der Sell-Out bis zur Brechreizgrenze vollzogen. Fader Nebengeschmak ist, dass fähige Künstler im Wust von Pseudos untergehen, so wurde ich kürzlich interviewt ob ich deutschen Hip Hop wie ihn Jan Delay oder Bass Sultan Hengst machen hören würde. Was soll man dazu noch sagen?

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Tags: Download  Musikindustrie 

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