AAC setzt Microsoft unter Druck
abgelegt im Archiv News am 13.04.07

Die Einigung zwischen Apple und EMI zum Verkauf von DRM-freien Downloads könnte vor allem für Microsoft negative Auswirkungen haben. Die Technologiepartner des PlaysForSure-Verbunds werden nämlich aller Voraussicht nach künftig mehr auf offene Formate setzen.
PlaysForSure ist das Gütesiegel, das Microsoft all jenen Partnerfirmen erteilt hatte, die im Bereich Digitalmusik mit der Windows-Media-Plattform und dem zugehörigen DRM-System arbeiten. Dazu zählen unter anderem Firmen wie Napster, SanDisk, Samsung, Creative, archos, Yahoo! Music oder MTV Urge. Dieses Label sollte bei Verbrauchern deutlich machen, dass Downloads auch auf entsprechende Wiedergabegeräte übertragen und dort abgespielt werden können. Dass dies nicht immer zu vollster Zufriedenheit erfüllt werden konnte, sorgte immer wieder für Unstimmigkeiten zwischen den PlaysForSure-Downloadhändlern und Microsoft.
Mit Einführung der Zune-Plattform, die nach dem Apple-Muster einen Player eng - und für Dritte unzugänglich - mit der zugehörigen Software und einem Downloadangebot verbindet, stieß Microsoft seine Partner dann vollends vor den Kopf. Daher dürfte es einigen dieser Firmen nun durchaus zupasskommen, dass bei Apple künftig auch Downloads ohne DRM verkauft werden. Zwar wird iTunes keine universell verwendbaren mp3-Dateien anbieten, doch das freie AAC-Format lässt sich auf vielen Geräten neuerer Bauart einwandfrei abspielen.
Und Beobachter gehen davon aus, dass die Zahl der AAC-tauglichen Player nun rapide steigen wird. Immerhin ist iTunes mit knapp 80 Prozent Marktanteil der größte Downloadhändler weit und breit. Und das entsprechende Logo auf der Verpackung, das eine Kompatibilität mit diesem Shop verspricht, wird mancherorts nun sicher größer platziert werden. Schon jetzt tönt das Format auf Produkten der Firmen Sony (PSP und Walkman), Creative, SanDisk, Sharp, BlackBerry oder Palm. Eine Lizenz für das zunehmend unattraktivere Microsoft-Format wird sich der ein oder andere Hersteller wohl künftig sparen.
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Tags: Zune Microsoft EMI
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