Die Downloadlüge (inspiriert von NEON)
abgelegt im Archiv News am 07.02.07

Die Industrie begründet ihren Schaden durch die Raubkopierer, der Schluss mehrerer Studien sagt, dass die Kriminalisierung größeren Schaden angerichtet hat.
Ich bin kein großer freund von Zwangsmaßnahmen. Vor allem nicht wenn es darum geht, dass man kriminalisiert wird, nur weil ein Industriezweig den Lauf der Zeit verpennt hat und neue Technologien viel zu spät entdeckt wurden. Der Sündenbock wurde schnell gefunden, nehmen wir doch den der vor uns da war!
In der aktuellen NEON, dem Ableger des Sterns für Pseudo-Erwachsene wie mich, ist in dem Artikel "Die Downloadlüge" in wenigen Absätzen zusammen geführt worden, was ich schon seit Anbeginn der Zeit denke, nur nie wirklich so auf den Punkt bringen konnte. Zudem wird die These mit mehreren Studien unterstrichen.
Im Tenor des Artikels wird die vermeintliche Ursache der eigentlichen gegenüber gestellt. So ist z.B.: die Aussage "Wäre die kopierte Musik gekauft worden, hätte sie einen Umsatzwert von 5,8 Milliarden Euro gehabt - das ist mehr als das dreifache des Jahresumsatzes" der Unkenruf der Musikindustrie, denn eine Studie der OECD besagt jüngst, dass ein einfacher Zusammenhang zwischen Tauschbörsennutzung und Umsatzeinbußen nicht nachweisbar ist.
Im weiteren besagt der Artikel, dass die Harvard Businnes School zu der Erkenntnis kommt, dass erst 5000 eines relativ unbekanntem Albums den Verlust des Kaufes einer realen CD ergeben. Das aber umgekehrt bereits 150 Downloads eines beliebten Albums die Verkäufe dieses Albums erhöhen.
Das läuft auch analog zu meiner Aussage, dass die Tauschbörsennutzer die von ihnen geladene Musik nicht kaufen würden, aber der Aha-Effekt, der zum Kauf animiert, sehr wohl durch den Download zustande kommen kann.
Am Schluss des Artikels wird noch kurz aufgeworfen, dass die Verkaufszahlen der physischen Tonträger parallel zu den illegalen Downloads steige. Außerdem warf das Magazin "Economist" die Frage auf, ob die durch den Industrieverband BSA veröffentlichten Zahlen bestand hätten.
Mein Resümee weicht leider von dem der NEON ab, denn in der wird behauptet, dass die Downloadlüge aufgdeckt sein. Das mag schon sein, aber keiner bekommt sie mit. Noch immer lese ich Meldungen von Gesprächen zwischen der Musikindustrie und anderem, dass diese so schwer unter der Raubkopiererei leiden, wobei nun anstandslos die Zahlen offen gelegt sind, die dem eindeutig widersprechen. So eine Lobby würde sich in anderen, wichtigeren Sachen auch gut machen.
[via NEON]
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Tags: Downloadlüge Musikindustrie
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