Die Vertriebe gehen gegen digitale Veröffentlichungen vor

Es ist auch schon nicht so einfach sein Brot mit dem Verkauf von Tonträgern zu verdienen. Ein mir befreundeter Inhaber eines Plattenladens hat mir heute eine Mail zukommen lassen, in der er profilierend auf ein Release aufmerksam machte, das zwei Wochen vor digitalem Release als Vinyl raus kommt. Der Hintergrund ist, das Vertriebe wie Kompakt, Intergroove, Neuton, groove Attack und Word & Sound gerade mit den von ihnen vertretenden Plattenfirmen aushandeln wollen künftig die physischen Releases den digitalen vorzuziehen.
Da sieht wohl wer sein Boot davon schwimmen. Generell kann man gegen so eine Aktion nichts sagen, wobei mir der Anschein kommt, das es eine verzweifelte Tat ist. Tatsächlich wird ja gerade in dem von den Vertrieben vertretenden Musiken stark auf digital gesetzt. Manche Labels bringen inzwischen nichts mehr im physischen Bereich raus, andere haben Koops mit z.B. Beatport und vertreiben über den Kanal exklusive Tracks. Da kann der Plattenvertrieb und -handel leider nicht gegen anstinken.
Leider ist es eine Kostenfrage, sowohl für den Konsumenten als auch für das Label. Die Vertriebswege eines digitalen Releases können i.d.R. vom Label selbst bewerkstelligt, wenn nicht gar ausschließlich über eigene Plattformen angeboten werden. Für den Kunden ist in Zeiten von Playern jeglicher Couleur und fortführender Entwicklung der DJ-Technik keine Frage mehr, ob er noch die Platte oder das Bundle mit Extratracks Online kauft..!
Was leider Schade ist! Den Charme eines Plattenladens, in den man sich über lange Jahre integriert hat, man Tee trinken, sich oft nett und angeregt unterhalten und auch mal anschreiben kann, das kann mir noch kein Onlinestore bieten. So werde ich auch weiterhin aus Nostalgie die ein oder andere Scheibe im Laden erstehen, denn irgendwie klingen die doch besser!