Fakten, Fakten, Fakten: Downloads

Fakten, Fakten, Fakten: Downloads

Ich bin immer wieder zwiegespalten über den konservativen Musikvertrieb und dem "neuen" Vertrieb via Internet. Klar ist, dass die Großen der Musikindustrie den Trend Web verpasst haben und erst in den letzten Jahren mit legalen Angeboten im Netz punkten konnten.

Trotz dessen wird immer wieder rum geheult "Ah, die bösen Downloader!" und auch in Gesprächen mit Musikern und Plattenladenbesitzern merke ich eine generelle Disakzeptanz gegenüber neue Medien. Wobei selbst da sich die Lager spalten und örtlich ansässige Mucker beispielsweise MySpace und Mp3-Promos nutzen, andere wiederum sich dem vehement verschließen. In Anbetracht der Situation bedingt zu verstehen.

Mein Argument gegenüber dem Plattenladenbesitzer war u.a. das man heutzutage nicht den (für ihn) konventionellen Markt als Maßstab nehmen kann und sich auch nicht generell Neuem verschließen darf. Andere Labels, Künstler und Vertriebe schaffen es ja schließlich auch mit teils sehr kreativen Ideen potentielle Kunden und die Fans zu erreichen.

Allein im Downloadbereich der Subkulturen geht einiges. So sind neben Beatport für DJ-Mucke auch einige Indie Label erfolgreich im digitalen Segment, der kommerzielle Markt schwächelt aber weiter. Auch wenn man 2005 noch einen dreifachen Anstieg der Verkäufe hatte, sind es 2006 nur noch doppelt so viele Downloads, im letzten Jahr war lediglich ein Anstieg von 40% wahr zu nehmen. Darüber hinaus kommen aus der Filmindustrie korrigierte Zahlen. Man gehe lediglich von 15% Umsatzausfall, anstelle von 44%, aus. Ähnliches lässt sich für die Musik vermuten! Mal ehrlich, wer lädt schon bohlen, Popstars oder ähnliches runter?

Letzt endlich bleibt abzuwarten, wie sich die Zahlen weiter entwickeln und ob nicht wieder zuviel Hysterie geschürt wird. Schließlich zeigen Bands wie Radiohead oder Die Ärzte, dass man ruhigen Gewissens ohne Kopierschutz etc. Erfolg haben kann, wobei da auch ganz klar die Qualität des Produkts eine Rolle spielt. Was viele anscheinend in ihrer, vermeintlich vergleichbaren Welt vergessen.

[via netzzeitung]


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