Gericht nimmt MySpace in Schutz – Nächste Instanz

Erinnert ihr euch. Mein Motzartikel einer vergangenen Woche beschäftigte sich mit einem Vergewaltigungsversuch einer Minderjährigen, die ihren Peiniger über MySpace kennen gelernt hatte. Soviel zu der schrecklichen Tat. Jedoch verklagten die Eltern des pupertären Mädchen die Macher von MySpace auf Millionen schweren Schadensersatz. Begründung: Jeder kann sich anmelden und sein Alter vortäuschen. Es gibt keine Sicherheitsregeln.
Hier der erste ermutigende Richterspruch zugunsten MySpace. Natürlich wieder mit der Option auf Berufung, jedoch beachtlich sachlich für ein amerikanisches Gericht.
Gefunden bei Süddeutsche.de
"Ein US-Bundesrichter hat eine Millionenklage gegen die Internet-Plattform MySpace verworfen, die die Eltern eines angeblich missbrauchten Mädchens eingereicht hatten. Vier kalifornische Familien hatten im Januar in Los Angeles ähnliche Klagen eingebracht.
"Wenn irgendjemand die Pflicht hatte, Julie Doe zu schützen, dann waren dies ihre Eltern, nicht MySpace", zitierte die "Los Angeles Times" am Donnerstag den Richter Sam Sparks vom Bezirksgericht in Austin im US-Bundesstaat Texas.
Die Eltern des Mädchens mit dem Decknamen "Julie Doe" hatten dort das populäre Community-Portal auf Schadenersatz verklagt. Ihre minderjährige Tochter hatte sich als 18-Jährige ausgegeben und über die Webseite einen Mann kennen gelernt, der sie bei einem Treffen angeblich sexuell missbrauchte. Die Website biete ungenügende Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz von Minderjährigen, hielten die Eltern dem MySpace-Betreiber News Corp. vor. Der Anwalt der Familie von "Julie Doe" in Texas will nun Berufung einlegen. Die Familie sei zu "einem sehr langen Kampf" bereit, sagte er.
Vier kalifornische Familien hatten im Januar vor einem Gericht in Los Angeles ähnliche Klagen wegen angeblicher sexueller Belästigung Minderjähriger eingebracht. Das Portal müsse Prüfmechanismen einrichten, um zu garantieren, "dass die Nutzer tatsächlich so alt sind, wie sie angeben", zitierte die Zeitung damals einen Anwalt der Familien. In einem Fall war ein Mädchen von einem 25-jährigen Mann angeschrieben worden, der sein Opfer bei einem Treffen mit Drogen betäubte und sexuell missbrauchte. Der Mann wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt.
Die Betreiber von MySpace arbeiten derzeit an einer Schutzsoftware, die Eltern bessere Überwachungsmöglichkeiten geben soll. Damit könnten sie unter anderem prüfen, ob sich ihr Nachwuchs heimlich mit mehreren Profilen im Internet darstellt, teilte das Unternehmen mit. Die Software "Zephyr" soll im Sommer erhältlich sein. Weltweit sind bereits 140 Millionen Menschen Mitglied des Webangebotes MySpace."
[sueddeutsche.de ] [myspace.com ]