Grandmaster Flash setzt auf Traktor Scratch

Ich bin jetzt seit einigen Monaten im Besitz des Traktor Scratch Systems und bin recht froh den Schritt gemacht zu haben. Mit dem vorherigen System, dem final Scratch 1.5, war schon einiges möglich. Da aber nur der Plattenkoffer ersetzt wurde, machte es mir weniger Spaß als mit richtigen Platten aufzulegen. Der Geruch des Koffers, die Cover, das suchen. Das alles sind Faktoren, die gerade an der Front -vor Publikum- eigentlich unverzichtbar schienen.
Nun habe ich durch Traktor Scratch einige weiter reichende Facetten. Zumal ich um einiges schneller agieren, einfach dynamischer und organischer auflegen kann… "Was meint der jetzt mit organischer?"
Organisch ist für mich seit Traktor Scratch das noch bessere Verschmelzen der Tracks durch setzen von Loops, recht frühes und langes Mixing und dadurch ein einfach gleichförmiger klingendes Set zu erstellen. Wenn man nicht mehr hört welche Platte gerade läuft, oder ob der Mix schon zu Ende ist, denn fühle ich mich auch als DJ wohl. Klar, vorher habe ich Ähnliches gemacht. Da war aber allein aufgrund der physischen Begrenzung der Platte und mir (ich habe nur zwei Hände!) schnell das Maximum erreicht, nun bin ich etwas entspannter.
Man merkt, ich bin überzeugt vom Produkt und dank des NI-Newsletters erfuhr ich so etwas wie einen Ritterschlag, denn Grandmaster Flash, eine Ikone des HipHop der 70er Jahre, setzt neuerdings auf das System.
Grandmaster Flash setze ich mit Afrika Bambaataa auf die Schiene der Pioniere des heutigen Electrosounds, der sich klar in den Anfängen aus gerade den Bewegungen um die Zulu Nation wie auch Kraftwerk und dem daraus entstandenen HipHop und Techno stilisiert.
Das solch ein Heroe und damaliger Verfechter der Save the Vinyl Front auf ein digitales System setzt, ist beachtlich. Zeigt aber auch die Zeichen der Zeit. Wobei ich mich eher für Vinyl-Emulatoren hinreißen lassen und gar nicht die Arbeit mit Midicontrollern lobpreisen möchte.
Ähnlich geht es wahrscheinlich vielen und gerade kürzlich sah ich auf einem Event wieder schäbige Setups. Nur ein Plattenspieler neben einigen, eher schlechten CD-Playern. Der Booker gibt auch noch den Kommentar, dass die doch heute alle mit Laptop auflegen und wenn man denn den Wichtel sieht, der neben dem knapp 1500€ teuren MacBook, seinen Billigcontroller stellt und darüber hinaus auch mit besserem Equipment nicht… Ich schweife ab, Entschuldigung!
Der Grundgedanke des DJings scheint inzwischen Generationen zu vermengen. Ein klassisch perfekter DJ mit über 30 Jahren Erfahrung nimmt sich moderner Technik an und allein wenn man an die Grandmaster Flash Singe The Adventures of Grandmaster Flash on the Wheels of Steel von 1981 denkt. In der er an drei Plattenspielern eine unbeschreibliche Live-Aufnahme erstellte, denn möchte ich gar nicht wissen was jetzt alles bei dem Mann möglich ist… Jetzt schwärme ich.
Ein Video und weitere Infos gibt es auf der Native Instruments Seite.
Weitere Infos zu Grandmaster Flash gibt es auf Wikipedia und seiner Webseite.