Mehr Geld durch kostenlose Musik im Internet [Netlabels und Creative Commons]
![Mehr Geld durch kostenlose Musik im Internet [Netlabels und Creative Commons]](http://www.digital-listening.de/wp-content/uploads/creativecommons_logo.jpg)
Wer mich kennt weiss, dass ich mich seit geraumer Zeit mit dem Thema Netlabels und freier Musik beschäftige.
Was bisher noch nie geklappt hat. Netlabels hatten bisher oft auf die "Gütmütigkeit" der Konsumenten gesetzt. Und ihr Angebot kostenlos angeboten, als Gegenleistung sollte der Nutzer lediglich eine Spende hinterlassen – sofern dieser möchte.
Letztes Jahr durfte ich sogar einen Vortrag über eine solche Studie mit anhören. Jemand hatte ein "Netlabel" gegründet und versucht einschliesslich über Spenden die Künstler des Labels zu ernähren. Mal ganz abgesehen davon, dass derjenige nicht einmal von der existenz einer Netlabelszene, geschweige denn einer Creative Commos wusste. (Ohhhh Boy *kopfschüttel*) Hat seine Untersuchung ergeben, dass es nicht möglich ist sich einschliesslich über Spenden zu ernähren. Zwar stiegen die Downloadzahlen beträchtlich, jedoch fielen die Spenden verschwindend gering aus.
OK. Also geht Spendensammeln schonmal in die Hose. Gut, gut.
Ich verfolge einen ganz anderen Gedankengang.
Musik kostenlos herzugeben ist ja derzeit "in". Und obwohl es den "Grossen" nichts schadet ihre Titel kostenlos herzugeben, kann es sich ein junger Künstler meist nicht leisten. Und da behaupte ich genau das Gegenteil!
Meine Theorie lautet: Mach Musik, gib das Ding kostenlos her, mach Werbung und du wirst Geld bekommen.
Durch das Internet kann man enorm viele Leute erreichen, wenn man sich nur dem Netzwerk bedient das einem das Internet bietet. Werbung schalten ist nicht kostenlos, verfolgt man aber als Musiker nicht das Ziel "Ich muss Geld verdienen um zu überleben", sondern den Gedankengang "Ich muss grösstmögliche Bekanntheit erreichen, dass mich Leute buchen und ich dann Geld verdienen kann". Kommt man seinem Ziel vielleicht schneller näher, als das man sich an die althergebrachten Vertriebswege und die damit verbundenen Einschränkungen hält.
Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass ein Künstler nicht mal mehr ein Label braucht um sich zu vermarkten. Dann muss aber eines vorausgesetzt werden. Der Künstler muss nicht nur etwas von Musik verstehen, sondern auch von Marketing und Business.
Ich verfolge das mal genauer. Mehr dazu später einmal hier bei Digital Listening – oder im Internet.
Juni 1st, 2008 at 08:19
Der Ansatz, dass Netlabels sich durch Spenden finanzieren wollen, ist falsch!
Netlabels und deren Musiker wollen ihre Musik durch das Medium Internet kostenfrei an den Konsumenten führen und lehnen einen kommerziellen Nutzen ab. Das einige Netlabels einen PayPal Donate Button haben, soll nicht die Arbeit der Künstler oder gar des Labels refinanzieren. Es ist eher wie die Verwendung von AdSense. Man will über Umwege zumindest ein wenig für seine Mühe bekommen. Schließlich programmiert sich die Seite/Musik nicht von selbst.
Wenige Labels, wie zB RCRDLBL, setzen bewusst auf Werbung und refinanzieren ihre Arbeit tatsächlich. Das ist aber auch eher die Ausnahme.
Zudem muss man bedenken, dass es sich bei Netmusic fast ausschließlich um nicht kommerzielle, sprich nicht populäre Künstler handelt. Deren Antrieb ist es Leute zu zu spielen. Die haben noch Liebe in ihrer Musik und wollen sich bewusst am Massenmarkt Musikindustrie vorbei bewegen.
Check mal Phlow, NUMB oder die gängigen Netlabel Aerotone, 1bitwonder etc
Juni 3rd, 2008 at 03:30
Hi!
Kennst du denn dann auch: http://www.jamendo.com ? Jamendo ist die größte Plattform für Creative COmmons Musik weltweit.
Mittlerweile sind fast 10.000 Alben erhältlich…vollkommen kostenlos! Man braucht sich noch nicht einmal registrieren….und die Künstler werden zu 50% an Werbeeinnahmen beteiligt und können auch freiwillige Geldbeträge per PayPal erhalten.
Juni 3rd, 2008 at 03:44
Das klingt für mich schon wieder kommerziell und hat aus meiner Sicht nichts mit dem Thema Netmusic zu tun!
Juni 3rd, 2008 at 04:05
Richtig. Jamendo ist kommerziell und meiner Meinung nach auch viel zu weit von dem Netlabel Gedanken weg.
Ausserdem faellt es bei der Nutzerzahl schwer ueberhaupt noch rauszustechen. An dem Revenue Share Programm kann man zwar teilnehmen kriegt aber nicht mehr viel raus als Kuenstler.
Olli kann ich seinem Posting nur zustimmen. Mir ist schon klar warum dieser Spendenbutton da ist. Aber auf mich wirkt das eben so. So als wollte man fuer seine Leistungen gerne bezahlt werden. Verstehst du was mein Dilemma?
Juni 3rd, 2008 at 05:02
@Zett: na gut…aber in deinem Artikel sagst du doch selbst: “Meine Theorie lautet: Mach Musik, gib das Ding kostenlos her, mach Werbung und du wirst Geld bekommen.”
Genau das passiert doch auf Jamendo…deswegen verstehe ich jetzt nicht, dass es schlimm ist, wenn die Künstler ein bischen was für ihre Leistung bekommen. Ausserdem fält es auf Jamendo sicherlich noch leichter rauszustechen, als auf einer kleinen Netlabel-Seite auf die nie jemand zugreift…größere Promoeffekte sind da nur schwer zu erreichen.
Juni 3rd, 2008 at 05:26
Klar bekommen Kuenstler bei Jamendo Geld.
Das von mir erwaehnte Revenue Share Programm beteiligt die Kuenstler an den Werbeeinnahmen der Plattform. Deshalb ja mein Hinweis darauf, dass das bei der Menge an Kuenstlern nichts mehr bringt.
Bei mir waren’s zum Beispiel 2 oder 4 Cent von Februar bis Maerz…Sorry davon kann ich nicht leben
Bei einem Netlabel sticht man meiner Meinung nach mehr heraus, weil eben die Masse nicht so gross ist. Das Angebot ist sehr speziell und ich kann mit meinen Fans direkt kommunizieren. Bei Jamendo kann man das grundsaetzlich auch. Aber bis da mal einer mein Profil gefunden hat…
Die Ruecklaufquote ist eben nicht so hoch. Ich habe dort Musik oben seit Anfang 2007/Ende 2006 und bisher habe ich nur einen miesen Kommentar bekommen! Aber vielleicht liegt’s auch daran, dass ich das auch nicht so forciere/bewerbe… :-/
Juni 3rd, 2008 at 06:48
…ja, es stimmt. Was bei Jamendo sicherlich noch fehlt ist eine Art Vorauswahl hochwertiger Musik durch eine fachkundige Redaktion. Das wird bestimmt auch noch kommen. Sicherlich muss man auch seine Musik irgendwie anpreisen…von alleine wird das mit dem Geld verdienen schwer. Einige Musiker, die allerdings bereits eine breite fanbase haben verdienen auf Jamendo auch schon ganz gut! Davon kann man nicht leben, aber sich bspw. nettes neues equipment kaufen
Juni 3rd, 2008 at 06:58
Wirklich? Hast du Zahlen oder Beweise?
Waere fuer meine Studienarbeit interessant.
Juni 3rd, 2008 at 07:53
Naja…ich arbeite halt bei Jamendo und kann deswegen auch in die Accounts der User gucken…
Also ich weiss zumindest von einem, der seit seiner Anmeldung schon locker über 2.000 € über “Spenden” und Werbung verdient hat…
Wenn du mehr wissen willst, so schreib mir doch: moritz@jamendo.com
PS: hoffe ich werde hier jetzt nicht als Spammer entlarvt und gelöscht
Juni 3rd, 2008 at 08:08
Wenn ich sowas höre törnt mich das echt ab… Ich will Netmusic von Leuten die so musikverliebt sind wie ich und nicht von Leuten, die die schnelle Mark im Netz machen wollen.
Mir ist das ganze Theme sehr suspekt. Inzwischen kommen die CC-Musiker aus allen Poren und wenn es bald so weiter geht, werden wir den gleichen miesen Markt, dieses mal werbefinanziert, haben wie im derzeitigen kommerziellen.
Ich klopf bald mit nem Stein auf ein Brett und warte bis das Trend wird!
Juni 3rd, 2008 at 08:49
Wenn man ein wenig Geld für seine Musik bekommt…muss man dann gleich weniger musikverliebt sein? Bedeutet dies, dass die Musik gleich schlechter ist?
Die schnelle Mark macht man bei Jamendo bestimmt auch nicht so einfach, dafür musst du auch schon ordentlich was drauf haben… Dass CC immer beliebter wird und von mehr und mehr Leuten genutzt wird stimmt…aber gerade das ist doch toll! Es bedeutet ja nicht, dass du dir alles anhören musst… Hast du etwa Probleme damit, dass CC aus seinen Kinderschuhen wächst?
Juni 4th, 2008 at 04:01
Ich sehe eher das Problem darin, dass demnächst jeder Möchtegern Hip Hoper (oder sonstwer) meint auf einem Netlabel Musik zu veröffentlichen und die Qualität darunter leiden wird.
Netmusic war bisher eine Sparte die von Musikverliebten und nicht von Geltungsbedürftigen genutzt wurde. In einer Webseite wie Jamendo, die (unter der Hand, haha) propagiert, das man um die 2000 Euro machen kann, sehe ich die Kommerzialisierung der Sparte Netmusic und die Senkung des Anspruches an Musik.
Man will ja Spenden und Revenues kassieren, da mach ich mich mal krumm und spiel die Nutte!
Juni 4th, 2008 at 04:22
Ich sehe da keine Verschlechterung fuer Netlabel Musik. Netlabel Musik ist in der Regel schon mit sehr billigen Moeglichkeiten produziert, das hoert man ja auch.
Aber wenn jemand Geld mit seiner Musik verdienen moechte habe ich da nix dagegen. Das moechte ich ja auch.
Juni 5th, 2008 at 08:22
@ Olli: schade drum, dass du den Unterschied zur normalen Musikindustrie nicht ganz zu versstehen scheinst.
Der Vorteil von Netlabels und Jamendo ist gerade der, seine Musik genauso zu veröffentlichen wie man es selsbt will und nicht wie die Produkt Manager und A&R’s es sich wünschen.
Für dich ist jemand, der dann dafür ein wenig Geld bekommt eine NUTTE…
Ein solch unreflektiertes und naives Statement zeugt von Überheblichkeit und elitärem Gehabe.
Juni 6th, 2008 at 07:46
Cool, bewusstes Nichtverstehen für Fortgeschrittene und um den heißen Brei Gelabere für Anfänger…
Jamendo ködert Leute mit Revenues, Fakt! Leute die meinen Musik machen zu können werden sich dort anmelden, weil sie geil auf Geld sind, auch Fakt und leider auch nachvollziehbar.
Selbst bei mittelmäßigem Erfolg werden sich recht viele dumme Humpen sammeln, die mit Fruity Loops irgend einen Scheiß zusammen kloppen und dafür Revenues kassieren. Nicht viel, klar. Aber allein das Modell Jamendo steht nicht für Qualität wie ich sie bisher von Netmusic kenne. Und da sind wir denn beim kommerziellen Markt und dem Vergleich zur Musikindustrie. Nutten paaren sich zwischen Musikern und der Überblick geht verloren, weil nur noch der schnelle Fick (siehe DSDS) was bringt.
Und das du stellvertretend für deine Firma durchs Netz pilgerst und versuchst Weisheiten aus dem Jamendoland zu propagieren, steht noch mehr für diese schöne Welt, die ich so zum Kotzen finde. Kommerz!
Juni 6th, 2008 at 07:52
Meine Herren zuegelt eure Worte sonst sperr ich euch hier die Kommentare!
Juni 6th, 2008 at 08:53
Hammer…
Die Comedy-Szene wartet bestimmt auf einen wie Dich. Gegen den Kommerz fluchen und gleichzeitig im Internet rumhängen und kostenlose Mucke auf Ipods laden…
diese lustige Pseudo-Kommerzverweigerung ist wirklich zum Schreien
Nix für ungut…bleib du in deiner Welt und träum weiter, ich bleib in meiner.
Sollen die Leute selbst entscheiden…bin raus.
Juni 30th, 2008 at 09:11
Wer kennt Netlabels, die folgende Richtung abdecken: Synthesizer, Pop, deutsche Texte ? Danke für eure Tipps!
Juni 30th, 2008 at 10:51
Schau doch mal im Netlabel Catalogue nach: http://phlow.de/netlabels/index.php/Main_Page Der sollte eigentlich bekannt sein.
Ansonsten … ich werde ich September mal was in die Richtung produzieren…