Musikbranche läuft Sturm gegen Apple – Chef

Das sieht doch wieder nach einen klassischen Medienhetze gegen eine frisch gewählten Buhman aus. Buhman in der einen Ecke ist diesmal Apple-chef steve jobs und in der anderen Ecke als Schreihälse die Vertreter der Musikindustrie sowie Branchenexperten. Angeprangert wird hier die Forderung von Jobs, digitale Musik im Internet ohne Kopierschutz zu verkaufen, womit er von eigenen Problemen mit Verbraucherschützern ablenken will.
Stein des Anstoßes ist hierbei ein offener Brief von Jobs auf der Unternehmensseite von Apple mit dem Titel "Thoughts on Music" der die Musikindustrie zum Verkauf von Musik über das Internet ohne DRM aufruft. Jobs begründet dies mit den gescheiterten Bemühungen, mit Hilfe von DRM illegale Kopien zu verhindern, womit der Verzicht nur im Sinne des Kunden die beste Alternative sei.
Financial Times Deutschland zu dem Thema:
"Der Anbieter des weltweit meistverkauften mobilen Musikabspiegeräts iPod steht derzeit bereits unter Beschuss von Verbraucherschützern in Skandinavien, Deutschland und Frankreich. Sie fordern, dass Apple seine DRM-Software namens Fairplay öffnet. Die Verbraucherschützer wollen erreichen, dass bei Apples Web-Musikshop iTunes gekaufte Lieder auf anderen Geräten als dem iPod von Apple gehört werden können. Neben diesen Diskussion stehen für den Apple-Chef in den kommenden Wochen wichtige Verhandlungen mit den führenden Musikkonzernen Universal Music Group, Sony BMG, EMI und Warner Music über weltweite Lizenzen für den Onlinemusikshop iTunes an. Mit dem Brief hofft Jobs wohl, die Musikkonzerne unter Druck zu setzen."
Eine interessante Konstellation ergibt sich jetzt mit dem Eintritt von Microsoft und dem Musikbezahldienst rund um den neuen MP3 Player Zune. Microsoft beteiligt die Musikindustrie an den Verkäufen über ihren Shop, dies macht Apple nicht. Somit wäre es möglich das bei bevorstehenden Verhandlungen die Forderungen an Apple laut werden, dies auch für iTunes umzusetzen. Auf jeden Fall eine filigrane Aufgabe, denn Apple ist mit iTunes gleichzeitig der dominierende Webdienst, den man unter keinen Umständen verlieren will.
Wie das aktuelle Wirrwarr um DRM und die Musikindustrie auch in anderen Artikeln von Digital Listening zeigt, gibt es hier dringenden Handlungsbedarf um neue Umsatzimpulse zu finden. So hat zum Beispiel EMI emi.de vor kurzem noch einige Titel von Norah Jones und Lily Allen als MP3-Datein ohne Kopierschutz verkauft.
So sind inzwischen Forderungen von Verbänden wir dem deutschen Phonoverband laut geworden, die durch den Vorsitzenden Michael Haentjes geäußert wurden. Diese Forderungen verlangen nach eine Lizenzsystem für Apple und einer Lockerung im Umgang mit dem hauseigenen DRM System "Fair Play".
Bislang lehnt Apple dies kategorisch ab und wird dafür durch eine französische Gesetzesinitiative als "staatlich geförderte Piraterie" bezeichnet.