Digitalmusik

MySpace mit Millionenklage am Hals

abgelegt im Archiv News am 23.01.07

MySpace mit Millionenklage am Hals

Die Schlagzeilen fliegen einem derzeit nur so um die Ohren. Zum Thema MySpace kann es derzeit kaum schlimmer kommen. Dort passierte der Supergau einer elektronischen Kontaktbörse. Ein Mädchen wurde nach der Kontaktaufnahme über die MySpace datenbank missbraucht.

Die ganze Geschichte ist eigentlich sehr banal. Vier amerikanische Familien, deren minderjährigen Töchter sexuell missbraucht worden sind, verklagen MySpace. Die Mädchen hatten Kontakt über die MySpace Plattform zu den potentiellen Tätern hergestellt und sich mit denen getroffen.


Jetzt ist natürlich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten im sprichwörtlichen Sinne "Polen offen", denn es hagelt die dicken Millionenklagen mit Schadenersatzansprüchen jenseits von Gut und Böse. Der Kritikpunkt jedoch ist losgelöst von den absurden Forderungen sehr wohl interessant.

Den momentan kann sich Hinz und Kunz bei MySpace anmelden und kann willkürliche Angaben hinterlegen. Ursprünglich als Werbe- und Präsentationsplattform für Künstler, Musiker, Freelancer ect. erstellt, muss man sich jetzt die Frage gefallen lassen, ob MySpace zur Teenie-Chat-Plattform mutiert?

Denn ein Lieblingssport von pupertierenden Mädels ist das anbandeln mit potentiell zu alten Herren. Und jeder Horst sammelt auf MySpace seine Freunde und vernetzt sich mit der Welt. Das bei diesem Datenaufkommen auch Schwarze Schafe angelockt werden ist nur eine Frage der Zeit (Diese Phrase musste jetzt sein!).

Im aktuellen Fall hatte ein 25 jähriger die Mädchen angeschrieben, sich mit ihnen getroffen und sie dann betäubt und sexuell missbraucht. Der Mann wurde bereits gestellt und zu 10 Jahren Haft verurteilt.

MySpace arbeitet jetzt fieberhaft an der Fertigstellung einer Schutzsoftware, die den ach so multimedial gebildeten Eltern ein Kontrollwerkzeug an die Hand gibt, mit denen sie heimlich angelegte Profile ihrer Sprösslinge auf MySpace enttarnen sollen können. (Anmerkung: Seit wann können Eltern mit dem technischen Fortschritt ihrer Kinder mithalten?)

Jedenfalls ein erster Ansatz um auf dieses Problem zu reagieren, auch wenn ich ihn für sehr fragwürdig halte. MySpace ist jedoch mit mitlerweile 140 Millionen Nutzern so riesig geworden, dass es wundert, dass erst jetzt solche Maßnahmen ergriffen wurden.

Einen weiteren Artikel im Creative Weblogging findet ihr im Blog über Kindererziehung.

[at yigg.de
]

Permalink: MySpace mit Millionenklage am Hals

Tags: myspace  klage  recht 

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