Netlabel oder Eigenvertrieb

Ich hatte heute ein interessantes Gespräch, ob es sinnvoller ist als Band bzw. Musiker einen Shop mit seinen Tracks auf der eigenen Webseite zu bemühen, oder ob man Strukturen im Internet bis hin zu iTunes, was wohl für Indies außen vor ist, nutzt?
Mein Standpunkt war u.a., dass man mit den einfachen Möglichkeiten des Netzes (freie CM-Systeme, PayPal o.ä.) schon recht schnell und einfach seinen eigenes Süppchen kochen kann, man aber mit gegebenen Strukturen eines im Netz agierenden kleinen Labels, seien es vorerst halt die klassischen Netlabel, mehr Leute erreichen kann.
Dabei wurde auch das Donationprinzip von Radiohead und Saul Williams angesprochen, die zwar erfolgreich waren, insbesondere für Radiohead, aber auch Fragen aufwerfen. Muss man Radiohead sein, um sowas machen zu können? Und wird es als Solidaritätsakt gesehen, wenn man die Musikindustrie von vorn herein ausblendet und "Fuck Off" in Richtung kommerziellen Vertrieb gibt. Der virale Feldzug des Radiohead-Albums ist wohl auch nicht in Gold aufzuwiegen und nach bisher unbestätigten Berichten, soll Radiohead mit dem Album weit mehr abgeräumt haben, als mit allen bisherigen zusammen. Ich stell das mal "etwas" in Frage, bis ich es selbst nachgelesen habe, aber wenn kein Vetrieb und label bedient wird, fallen halt auch die Kosten weg, macht schon Sinn…
Interessant wären Stimmen zu den Möglichkeiten des Netzes für unbekannte Bands und Musiker, die einfach Lust darauf haben Leute im Netz zu zu spielen und evtl. auch die eine oder andere Mark als Anerkennung ernten könnten? Ideen??
Februar 29th, 2008 at 23:47
Naja, als kleine Band kann man natürlich “Fuck Off” sagen. Ob einem das aber Erfolg und Cash bringt ist so die Frage. Wie viel Bands in D hat denn schon einen solchen Status wie Radiohead und können sich das “Fuck Off” erlauben.
Vielleicht würde es ja funktionieren.
Es gibt noch Amie Street oder den deutschen Ableger JUSTALOUD.
Ich habe zu dem Thema was geschrieben:
- http://blog.myoon.com/2008/02/26/das-vakuum-der-musikindustrie/
- http://blog.myoon.com/2008/02/26/das-vakuum-der-musikindustrie-2/