Digitalmusik

Podcasting - How To Teil 2 [Recording-Equipment]

abgelegt im Archiv Podcast am 01.04.08

Podcasting - How To Teil 2 [Recording-Equipment]

Das letzte mal ging es beim Podcasting um das Recording.

In der letzten Ausgabe habe ich darüber geschrieben, was grundsätzlich für's Podcasting notwendig ist. Heute möchte ich unser Recording-Equipment noch weiter verbessern.



Es geht noch besser als per Headset aufzunehmen.

Ist man nämlich bereit etwas mehr Geld auszugeben, kann man sich ein "richtiges" Mikrofon besorgen. Aber auch hier gilt wieder, Tauchspulen sind unempflindlicher als Kondensatoren und nehmen nicht so gut auf - man muss mit diesen Mikros also lauter reden.

Auch hier empfielt sich, in der Regel, wieder ein Kondensator-Mikrofon. (Für nähere Infos zu Tauchspulen und Kondensatoren lest bitte nochmal den ersten Teil)



Also das "richtige Mikro" kostet auch ein paar Mark Euro mehr als die empfohlenen 30 Euro des Headsets.

Hier gibt es viele Beispiele für Podcaster mit solchem Equipment. Annik Rubens von "Schlaflos in München" oder Simon von "iSightSeeing" etwa. (Letzteren weiss ich ganz genau, da ich den jungen Herren beraten durfte.)

Ein solches Mikrofon kann man ab etwa 80 Euro aufwärts empfehlen. Es gibt, wie immer in der Audio-Branche, nahezu keine Spitze. (Schlabber, leck, haben will)



Hier gilt es abzuwägen wieviel man ausgeben möchte. Allerdings muss man noch eine weitere Entscheidung fällen, denn diese Mikrofone sind nicht vorgeladen, wie die erwähnten Elektret(er *scnr*), sondern müssen dauerhaft mit einer Versorgungsspannung versorgt werden.

Diese nennt man Phantomspeisung. Auch "Phantom-Power" genannt.



Die Phantomspeisung ist eine relativ hohe Spannung die in der Mikrofonkapsel zwischen den beiden Kondensatorplatten angelegt wird (48 Volt) und über Spannungsunterschiede, die durch "einsprechen" auf das Mikrofon entstehen, letztendlich elektrische Impulse erzeugt die dann aufgenommen werden können. Der Vorteil an Kondensator Mikrofonen ist, dass sie von Haus aus eine höhere Spannung haben als Tauchspulen. Das liegt daran, dass Tauchspulen-Mikrofone die Spannung selbst erzeugen müssen - durch die Bewegung der Leitung im Magnetfeld. Das Kondensator-Mikro wird hingegen vorgeladen und hat von Haus aus eine höhere Spannung.



Wenn man diese Professionalität an den Tag legen möchte wird man mit weiteren Entscheidungen konfrontiert. Denn...



Wo kriegt man so eine Phantomspeisung her?

Es gibt auf der einen Seite, hab ich gesehen, solche Podcasting-Schnelleinsteig-Sets bei denen meist ein Mikro dabei ist, dass sein 48 Volt per USB bekommt. Ich habe persönlich keine Erfahrung mit diesen Geräten, denn ich schätze es, nochmal einen separaten Vorverstärker zu haben, bei dem man eventuell noch einige Klangregelungen vornehmen kann.



Es gibt auch ein Podcasting-Set von M-Audio.

Das Set ist anders aufgebaut. Man bekommt ein richtiges Mikrofon und ein Audio-Interface (erwähnter Vorverstärker) und sogar noch einen schicken Tischständer - wie süss. ^^



Mein eigenes Setup hier, dass ich auch für meine Tutorials benutze. Sieht so aus:


  • Mackie Tapco Mix100 (analoges Mischpult, 10 Kanal, 2xMono In Line/Mix, 8xStereo In Line)

  • SE 2200 A



Das kleine Mix100 erfüllt bei mir zweierlei Dinge.

Erstens kann ich darüber super abhören, also ich stecke meinen Audio-Ausgang beim Computer auf das Mackie und dieses sendet das Signal weiter zu meinen Lautsprechern.

Zweitens sende ich über den eingebauten Aux-Send mein Mikrofonsignal in den Line-In meines Rechners. (Achtung!! Feedbackgefahr!)



Zusammenfassung:

Wer einen heimischen Podcast "mal schnell" erstellen möchte und "nur mal" einen Screencast machen möchte ist mit einem Headset beziehungsweise dem internen Mikrofon seines Rechners gut beraten. Für professionellere Produktionen empfiehlt es sich teureres Equipment zuzulegen.

Es ist Geschmackssache ob man sich dabei auf eine USB-Variante oder eine Lösung per Interface einigt.



Ich würde selbst eine getrennte Variante empfehlen. Man ist unabhängig vom USB-Anschluss und kann per Interface die wichtigsten Einstellungen vornehmen. Ausserdem bekommt man für wenig Geld einen guten Vorverstärker, an den man auch mal eine Gitarre anstecken kann oder einen Plattenspieler, um die alte Plattensammlung zu digitalisieren.

Zusätzlicher Vorteil: Man muss nicht dem Mikrofonhersteller, dass er anständige Vorverstärker einbaut. Man kauft sich einfach bei einem Hersteller, der bereits gute Vorverstärker baut, ein Exemplar und ist klanglich auf der sicheren Seite.



Wie gesagt...je nachdem wie man's am liebsten mag.



Die mitgelieferte Software kann, meist dem Mac User, oft nicht gute Dienste leisten.

Mit dem Recording an sich, also auf was man beim aufnehmen achten sollte, werden wir uns bei den nächsten Malen beschäftigen. Genauso möchte ich Software vorstellen, die sowohl Mac- als auch Windows-Benutzern hilfreich sein kann.



Wie immer Vorschläge, Kritik und weitere Einwürfe gerne an mich hier per Kommentar.



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Tags: podcasting  podcast  recording  aufnahme  mikrofon  dynamisch  kondensator  thomann  equipment  phantomspeisu 

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