Digitalmusik

Videoportalen geht's an den Kragen - Gerechtigkeit oder Unrecht?

abgelegt im Archiv News am 22.02.07

Videoportalen geht's an den Kragen - Gerechtigkeit oder Unrecht?

So etwas war ja abzusehen. Die einen schreien schon nach einer Web2.0 Blase, andere wollen nur ihr gutes Recht durchsetzen. Der Umfang der Urheberrechtsverletzungen im digtialen Bereich und speziell im Audio und Videobereich nimmt mit dem Wachstum von Anbietern wie Youtube, Sevenload, MySpace, MyVideo.... exponential zu.

Die Frage ist hier nur das Wann und das Wie der Maßnahmen. Denn dieser Zustand wird sich nicht ewig fortsetzen lassen, besonder in Zeiten schrumpfender Einnahmen der Industrie, die damit vielleicht neue Absatzwege erschließt.

Zukunft und Fiktion?

1,99€ für das Einstellen eines Heimvideos unterlegt mit dem Lieblingsstück des aktuellen Rappers, ausgewählt aus einer riesigen Musikdaten.

Jedenfalls zeigt dieser Artikel von n-tv.de einen guten Querschnitt, was auf die Betreiber diverser Plattformen zukommen kann.

"Mehr als ein Dutzend europäischer Verwertungsgesellschaften wollen sich nach Informationen der FTD-Schwesterzeitung Les Echos im Laufe dieses Monats treffen, um über ein mögliches gemeinsames Vorgehen gegen Websites wie Youtube, Myspace und Dailymotion zu beraten.

Dem biem zufolge belaufen sich die nicht gezahlten Lizenzgebühren in Zusammenhang mit von diesen Websites heruntergeladenen Dateien auf Hunderte Mio. Euro. BIEM ist der Dachverband der nationalen Verwertungsgesellschaften aus 42 Ländern und regelt das Urheberrecht in 42 Ländern.
"Wir hoffen, dass diese Websites aufhören, Musik ohne Lizenzen anzubieten und an die Inhaber der Rechte zu zahlen", sagte BIEM-Generalsekretär Ronald Mooij. "Frühere 'Vorurteile' müssen beigelegt werden, und wir müssen eine gemeinsame Basis für ein Rahmenwerk für künftige Vergütungen finden."


Das BIEM prüft derzeit, in welchem Ausmaß urheberrechtlich geschützte Musik von Websites heruntergeladen wird, auf denen Internetnutzer die Inhalte stellen. Der BIEM-Studie zufolge wurde beispielsweise der "Bolero" von Maurice Ravel zwei Millionen Mal auf Myspace angehört. Werke des Discjockey DJ Tiësto wurden mehr als 60 Millionen Mal angehört.
Die europäischen Verwertungsgesellschaften, darunter Vertreter der MCPS/PRS aus Großbritannien, der Sacem aus Frankreich und der Gema aus Deutschland, werden voraussichtlich am 23. Januar auf der alljährlich stattfindenden internationalen Musikmesse Midem im französischen Cannes zusammenkommen.
Auf dem Treffen wollen die verschiedenen Gremien entscheiden, ob sie die Probleme, die von solchen Websites ausgehen, gemeinsam oder einzeln angehen wollen. Die japanische Verwertungsgesellschaft JASRAC hat bereits rechtliche Schritte gegen die Online-Videowebsite Youtube eingeleitet.

Letztlich soll erreicht werden, dass die Websites einen bestimmten Prozentsatz ihrer Erträge an die Verwertungsgesellschaften abführen müssen. Diese sollen das Geld anschließend an Komponisten und Musiker weitergeben.

Youtube, Dailymotion und Myspace weisen jegliche Verantwortung für die Zahlung von Tantiemen und Lizenzgebühren zurück. Sie seien lediglich Zwischenstufen beim Austausch von Dateien.

Dailymotion-Chef Benjamin Bejbaum sagte: "Wir sind nur Moderatoren, und wir sind nicht für die Inhalte verantwortlich, die die Internetnutzer über unsere Seite austauschen." Dailymotion wolle jedoch schon bald Videoinhalte, unter anderem auch Werbung, anbieten, und dann würden zwischen acht und zwölf Prozent der entsprechenden Erträge an Sacem abgeführt, sagte Bejbaum.

Youtube war nicht zu einer Stellungnahme bereit. Myspace teilte mit, es gebe bereits Gespräche mit Verwertungsgesellschaften, insbesondere in Großbritannien und in Frankreich. Künstler und Musikunternehmen nutzten häufig Myspace und ähnliche Internetseiten, um ihre Aufnahmen oder damit in Zusammenhang stehendes Werbematerial zu veröffentlichen, so Myspace weiter. Dies verkompliziere das Problem noch zusätzlich, sagte Catherine Kerr-Vignale von Sacem."

[via n-tv.de ]

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Tags: videobetreiber  in  der  mangel 

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